Vorzeitiger Samenerguss muss nicht sein

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Zeit bis zum Samenerguss zu verlängern. Dazu gehören die Sexualtherapie, sowie medikamentöse und alternative Therapieoptionen.

Ziel der Therapie beim vorzeitigen Samenerguss sollte sein, die Zeit bis zum Samenerguss zu verlängern, die Kontrolle der Ejakulation sowie die sexuelle Zufriedenheit zu verbessern, den Leidensdruck und die zwischenmenschlichen Schwierigkeiten zu verringern.

Die Form und Ursache des vorzeitigen Samenergusses spielen bei der Wahl der geeigneten Therapie eine entscheidende Rolle. Daher ist ein Arzt oder Sexualtherapeut/-mediziner der richtige Ansprechpartner, um herauszufinden, welches die geeignete Therapieoption für Sie darstellt.

Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen einige Optionen vor.

Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Ursachen der Ejaculatio praecox wurden für die Entwicklung moderner Therapieoptionen genutzt. So gibt es heute verschreibungspflichtige Medikamente in Form von Tabletten, die z.B. die Sensibilität der Körperzellen auf den Botenstoff Serotonin beeinflussen. Die hemmende Wirkung von Serotonin kann dadurch verstärkt und der Samenerguss verzögert werden.

Ebenfalls eine häufig von Ärzten und Sexualtherapeuten/-medizinern empfohlene Behandlung ist z.B. das Auftragen von Cremes auf das Bändchen (Frenulum) sowie die Eichel (Glans) des Penis. Die Cremes enthalten Wirkstoffe, die die Sensibilitat des Penis reduzieren und somit die Ejakulation verzögern sollen. Nur sind diese lokalen Betäubungsmittel oft schwer zu dosieren. Sie können zur Taubheit der Glans/des Penis und zum kompletten Verlust der Erektion bzw. Ejakulation führen, wenn Sie überdosiert werden. Es besteht auch die Möglichkeit den betäubenden Wirkstoff auf die Partnerin zu übertragen, was die sexuelle Wahrnehmung beeinträchtigen kann und ihren Orgasmus erschwert.

Ein vergleichbarer Wirkstoff findet sich zum Beispiel auch in der Beschichtung spezieller Kondome.

Ein Arzt kann Sie zu den modernen Therapieoptionen beraten und mit Ihnen gemeinsam entscheiden, welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist. Wenn Sie sich für eine medikamentöse Therapie entscheiden, kann diese nur vom Arzt verordnet werden. Die Kosten für die Behandlung werden vom Patienten getragen. Generell wichtig bei der Behandlung der vorzeitigen Ejakulation ist eine weiterführende Betreuung durch den behandelnden Arzt.

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen können wir Ihnen an dieser Stelle leider keine weiteren Informationen zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln geben.

Einigen Männern helfen Verhaltensmaßnahmen wie die sogenannte Stopp-Start-Technik. Dabei wird der Penis bis kurz vor den Punkt der Ejakulation stimuliert, dann aber wird die weitere Stimulation gestoppt, bis sich der Erregungszustand „abgekühlt“ hat. Ist das passiert, kann die Stimulation und auch die Stopp-Start-Technik wiederholt werden. So kann die Zeit bis zur Ejakulation verlängert werden.

Bei der sogenannten Squeeze-Technik wird die Harnröhre bei sich anbahnender Ejakulation rasch durch den Daumen und den Zeigefinger zusammengedrückt, quasi gequetscht (englisch „to squeeze“). Das Squeezing wird etwa 15 Sekunden lang beibehalten, was allerdings für den Mann durchaus schmerzhaft sein kann. Beide Techniken bedürfen der genauen Anleitung durch einen Arzt oder Therapeuten. Dabei sollte das Einbeziehen der Partnerin berücksichtigt werden.

Ein Spiel für zwei

Beide Techniken brauchen etwas Übung um diese in das Liebesspiel zu integrieren. Auch ein Sexualtherapeut kann zusätzlich hilfreich sein. Dabei werden beispielsweise psychotherapeutische Verfahren angewandt, die helfen sollen, mehr Kontrolle über den reflexartig einsetzenden Samenerguss zu erhalten.